Berufsbild

Was machen eigentlich Wirtschaftsingenieure*innen und Wirtschaftsinformatiker*innen und wo arbeiten sie? Das erfährst du auf dieser Seite.

Verknüpfung von Wirtschaft und Technik

In jedem Unternehmen, das Ingenieure*innen oder Informatiker*innen beschäftigt, um Produkte zu entwickeln, kommt es häufig zu Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Mitarbeiter*innen der technischen Abteilungen und denen der betriebswirtschaftlichen, wie z.B. Marketing, Vertrieb oder auch der Unternehmensführung.

Das hat zwei Gründe: Wer nur BWL studiert hat, kennt sich noch lange nicht mit der Technik aus, die in den Produkten der Firma steckt. Wenn er/sie keine Ahnung davon hat, wie der Entwicklungsprozess einer Maschine oder eines Computer-Programms aussieht, wird er/sie unrealistische Vorstellungen von Entwicklungszeit und -kosten haben und auch die Anforderungen, die er/sie an ein zu entwickelndes Produkt stellt, können ohne das nötige Wissen nicht technisch präzise genug sein.

Andererseits haben reine Ingenieure*innen meist keine Erfahrung mit betriebswirtschaftlichen Methoden wie der Kostenkontrolle oder der Ablaufplanung zur Optimierung der Produktion. Und Informatiker*innen werden kaum für eine Firma ein System zur Kostenrechnung oder zum Internet-Vertrieb entwickeln können, wenn die wirtschaftlichen Grundlagen fehlen.

Wirtschaftsingenieure*innen und Wirtschaftsinformatiker*innen bringen diese beiden Welten erfolgreich zusammen. Sie erfüllen die Aufgabe einer Schnittstelle – aber auf höherer Ebene. "Eine in Industrie- und Handelsunternehmen häufig anzutreffende Anfangsposition nach Studienabschluss ist die Stellung eines Assistenten der Geschäftsführung. In der Assistententätigkeit wird dem jungen Wirtschaftsingenieur die Möglichkeit gegeben, auf gehobener Ebene einen umfassenden Einblick in die vielseitigen Problemstellungen zu gewinnen und an den wichtigsten Aufgaben und Zukunftsprojekten des Unternehmens mitzuarbeiten.“ – Das Berufsbild des Wirtschaftsingenieurs, vwi 2004

Wirtschaftsinformatiker*in

Wirtschaftsinformatiker*innen planen, entwickeln und betreiben IT-Systeme, sie verwalten das betriebliche Daten- und Informationsmanagement und entwickeln unternehmensspezifische IT-Anwendungen und Kommunikationssysteme. Sehr oft werden sie auch von Consulting-Firmen als externe Berater*innen bei Kundenunternehmen gesucht.

Da heute praktisch alle Industrie-, und Dienstleistungsunternehmen, der Handel, öffentliche Verwaltungen und das Gesundheitswesen auf den Einsatz von Informationstechnik setzen, bist Du als Wirtschaftsinformatiker*in in allen Wirtschaftssektoren gefragt. Immer noch bieten IT-Beratungsunternehmen und Softwarefirmen die meisten Stellen für Wirtschaftsinformatiker*innen.

Wirtschaftsingenieure*innen

Wirtschaftsingenieure*innen (WIs) besetzen die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik, zu ihren Stärken zählen Koordinationskompetenz und der Überblick über Zusammenhänge im Unternehmen. Deshalb werden ihnen auch überdurchschnittlich oft Managementpositionen angeboten, mit attraktiven Einstiegsgehältern. Unternehmen der High-Tech-Industrie wissen WIs als Mitarbeiter*innen zu schätzen. Denn als WI überblickst Du sowohl die technische Seite von Entwicklung und Fertigung als auch die Anforderungen an das Management großer, häufig international agierender Unternehmen. Am häufigsten werden WIs im Industriesektor gesucht und hier vor allem im Fahrzeugbau, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Elektronikindustrie. Beratungsunternehmen sind neben der Industrie ein zweiter wichtiger Arbeitsbereich für WIs.

Durch die interdisziplinäre Ausbildung im WI-Studium bist Du für die meisten Bereiche eines Unternehmens qualifiziert. Jeweils rund ein Viertel der Stellenanzeigen 2004 galt Positionen in Marketing und Vertrieb, in der Entwicklung und Fertigung sowie in Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik. Bemerkenswert ist, dass beim WI der Anteil der Anzeigen für die Unternehmensleitung und -planung im Vergleich zu allen anderen akademischen Berufen am höchsten ist.

© Devin Dienes, Michael Spiller