Wer KI versteht, hat mehr Angst vor Jobverlust

Forschende der TU Darmstadt veröffentlichen KI-Monitor 2026

31.08.2026 von

Ob Beschäftigte Sorge vor einem Jobverlust durch KI haben, hängt maßgeblich von ihrem Wissen über Künstliche Intelligenz ab – und von dem Ausmaß, in dem ihre Arbeit digitalisierbar ist. Das geht aus dem aktuellen KI-Monitor der TU Darmstadt hervor, für den in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov mehr als 2.000 Menschen repräsentativ befragt wurden.

Prof. Dr. Peter Buxmann

Am stärksten ist mit der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust laut Studie die KI-Affinität der Befragten verbunden: Je besser Menschen verstehen, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und was damit bereits möglich ist, desto größer ist ihre Sorge, durch KI beruflich unter Druck zu geraten oder sogar den eigenen Job zu verlieren. Knapp die Hälfte der Menschen (rund 43 Prozent) mit sehr gutem KI-Know-how rechnet demnach damit, dass KI demnächst ihre Arbeit übernehmen könnte.

„Das ist ein bemerkenswertes und gleichzeitig beunruhigendes Ergebnis“, erklärt Projektleiter Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU Darmstadt. „Denn viele Debatten beruhen auf der Annahme, dass Sorgen vor allem eine Folge mangelnder Information seien. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein: Wer KI am besten versteht, erkennt auch am deutlichsten ihre Sprengkraft.“

Die Daten zeigen zudem, dass nicht die Branche entscheidend für die Sorge vor Jobverlust ist. Vielmehr geht es darum, ob die Ergebnisse der eigenen Arbeit digitalisierbar sind. Wer vor allem Texte, Analysen, Berichte, Präsentationen, Programmcodes oder andere digitale Arbeitsergebnisse erstellt, sorgt sich deutlich stärker als Menschen, deren Tätigkeit stärker von physischer Präsenz geprägt ist. „Das gilt für die meisten Branchen und ist auch nachvollziehbar“, erläutert Buxmann. „Anwälte, Softwareentwicklung, Social-Media-Experten sind eben viel stärker von der GenAI-Revolution betroffen als Handwerker oder Krankenschwestern.“

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