Wenn Transparenz die Kreativität verändert
20.08.2026 von SCC
Seit 2. August 2026 gelten in der Europäischen Union neue Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte. Während die großen KI-Anbieter technische Lösungen entwickeln, mit denen sich Herkunft und Entstehung digitaler Inhalte nachvollziehen lassen, nimmt eine neue Studie der TU Darmstadt mit Beteiligung der Goethe-Universität Frankfurt eine bislang wenig beachtete Nebenwirkung dieser neuen Transparenz in den Blick und geht der Frage nach: Was macht die Kennzeichnung von KI eigentlich mit der menschlichen Kreativität?
Anbieter von Systemen, die bereits vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren, haben eine Übergangsfrist bis 2. Dezember, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Spätestens seit Anthropics Bekanntmachung eines neuen Wasserzeichens für KI-generierte Textinhalte (siehe Box) befindet sich die Branche erneut in Aufruhr und auf der Suche nach neuen technischen Lösungen. Eine Studie wirft derweil eine grundlegendere Frage auf: Schwächt die Sichtbarmachung der Nutzung generativer KI ausgerechnet jene kreative menschliche Eigenleistung, die durch die Transparenz besser erkennbar werden soll?
Mensch, Maschine – wessen Werk?
Bisherige Untersuchungen haben sich vor allem damit beschäftigt, wie verpflichtende KI-Hinweise die Bewertung durch ein Publikum verändern. Ein Forschungsteam unter Leitung von Professorin Ekaterina Jussupow von der TU Darmstadt und Beteiligung von Prof. Kevin Bauer von der Goethe-Universität richtet den Blick auf die Produzierenden selbst: Wie verändert sich die kreative Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, wenn Menschen von vornherein wissen, dass der Einsatz generativer KI offengelegt wird? Die Studie „The Indirect Disclosure Effect: How Disclosing Generative AI Use Impacts Human Creative Collaboration with AI“ betrachtet die Thematik nun also aus einer anderen Perspektive.