Homeoffice im gesellschaftlichen Interessenkonflikt

Internationale Studie von Prof. Andreas Pfnür und Prof. Ruth Stock-Homburg liefert erste Ergebnisse

06.10.2020 von

Wie wirkt sich die immobilienwirtschaftliche Situation des Zuhauses auf den Arbeitserfolg im Homeoffice aus? Welche Chancen bietet das Homeoffice und wer wird profitieren? Wie verursachen unterschiedliche gesellschaftliche, ökologisch-technische und ökonomische Rahmenbedingungen einen Interessenkonflikt in der vermehrten Arbeit von zuhause? Diesen und anderen Fragen geht eine breit angelegte, internationale Studie an der TU Darmstadt nach. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor.

Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es große Unterschiede zwischen den Beschäftigtengruppen beim Thema Homoffice gibt.

Arbeit von zu Hause hat in der Corona-Pandemie massiv zugenommen. Dieses Arbeitsmodell ist Gegenstand einer laufenden Kooperationsstudie des Fachgebiets Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre und des Fachgebiets Marketing & Personalmanagement am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU.

In repräsentativen Beschäftigtenbefragungen werden die Veränderungen der Büroarbeit im Homeoffice und die Auswirkungen auf den Arbeitserfolg ganzheitlich erforscht. Berücksichtigung finden in der Studie die sozio-demografischen, psychografischen, arbeitsbezogenen, informationstechnologischen Rahmenbedingungen und im Schwerpunkt auch die räumlich-immobilienwirtschaftliche Situation der Beschäftigten zuhause. Die empirische Studie, welche im Juni 2020 gestartet ist, besteht aus drei Befragungswellen und umfasst eine Grundgesamtheit von jeweils etwa 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland und den USA.

Von Interesse sind dabei insbesondere die Wirkungen des Work from Home auf die Arbeitsproduktivität sowie die Arbeitszufriedenheit, die Gesundheit und die soziale Integration der Beschäftigten. Aus den Studienergebnissen erhoffen sich die Studienleiter auch praktische Hinweise darauf, welche Arbeiten zukünftig besser im Homeoffice zu erledigen sein werden, welche Beschäftigtengruppen zukünftig vermehrt im Homeoffice arbeiten sollten und welche Implikationen sich aus der veränderten physischen Organisation der Arbeit für die Wohnungs- und Gewerbeimmobilienwirtschaft, die Stadtplanung und die Gesellschaft als Ganzes ergeben.

Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es große Unterschiede zwischen den Beschäftigtengruppen gibt, die einen gesellschaftlichen Interessenkonflikt und entsprechende Verteilungskämpfe erwarten lassen. Die Studie wird praktisch begleitet durch Workplace Experten der Unternehmen BASF, Merck, ArtInvest und den „Zentraler Immobilien Ausschuss ZIA e.V.“.