Volkswirtschaftliche Fachgebiete
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Makroökonomie und Finanzmärkte
Prof. Dr. Ingo Barens
Finanzmärkte spielen eine entscheidende Rolle in modernen Ökonomien, werden jedoch in ökonomischen Modellen oft nur unzureichend behandelt oder gänzlich ausgeblendet. Das Fachgebiet untersucht deshalb Finanzmärkte und deren Auswirkungen auf die Makroökonomie.
Neben einführenden Veranstaltungen in die Wirtschaftstheorie für Bachelorstudierende bietet das Fachgebiet in der Lehre den Vertiefungsbereich ”Geld, Finanzmärkte und wirtschaftliche Entwicklung”. Außer geld- und währungstheoretischen Fragestellungen wird dort die Rolle finanzieller Innovationen hinsichtlich Wirtschaftswachstum und ökonomischer Stabilität diskutiert.
Über die breite wirtschaftstheoretische Fundierung hinaus werden tagesaktuelle Fragestellungen besonders im Rahmen von Seminaren und Abschlussarbeiten wissenschaftlich fundiert diskutiert und empirisch untersucht. Die Ausrichtung in der Lehre mit theoretischem Fokus bei gleichzeitig tagesaktuellen Bezügen spiegelt sich auch in der Forschung wider.
Die grundlegenden Annahmen in makroökonomischen Modellen und die daraus resultierenden Schlüsse werden dogmenhistorisch verortet und kritisch hinterfragt. Die Interaktion zwischen Finanzmärkten und Makroökonomie wird zudem mit Hilfe des noch sehr jungen Ansatzes der simulationsbasierten Modelle mit heterogenen Agenten untersucht. Die theoretisch gewonnen Ergebnisse sind stets motiviert von empirischen Erkenntnissen und Krisenereignissen aus Historie und Gegenwart. Dabei werden insbesondere auch fiskal- und geldpolitische sowie auch regulatorische Empfehlungen diskutiert und bewertet.
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Wirtschaftstheorie
Prof. Dr. Volker Caspari
Das Fachgebiet beschäftigt sich mit der makroökonomischen Analyse; Themenschwerpunkte sind:
- Wachstumsforschung (Theorie und Empirie)
- Konjunkturtheorie und –politik
- Dynamische Allgemeine Gleichgewichtsmodelle
- Geschichte und Entwicklung der ökonomischen Theorie
In der Lehre werden Veranstaltungen im Bachelor-, Master- und PhD-Studiengang angeboten:
- Bachelor: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre und Makroökonomie I
- Master: Makroökonomie II, Industrieökonomie, Wachstumstheorie, Geschichte des ökonomischen Denkens
- PhD: Vereinheitlichte Wachstumstheorie (Unified Economic Growth)
Aktuell beschäftigt sich das Fachgebiet im Rahmen der Forschung mit Fragestellungen aus den folgenden Bereichen:
- Vereinheitlichte Wachstumstheorie
- Analyse geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen im Euroraum
- Quantitative Wirtschaftsgeschichte
- Wachstums- und Verteilungspolitik in internationaler Perspektive
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Empirische Wirtschaftsforschung
Prof. Dr. Jens Krüger
Der Schwerpunkt des Fachgebietes liegt in der angewandten empirischen Wirtschaftsforschung mit modernen mikro- und makroökonometrischen Methoden. Die Hauptanwendungsgebiete sind dabei die Produktivitätsforschung sowie die empirische Innovations- und Wachstumsforschung.
Lehre
Die Lehre im Bachelor-Studium umfasst die Grundausbildung in Statistik und Ökonometrie im Rahmen der Veranstaltungen „Statistik II“ und „Empirische Wirtschaftsforschung“. Im Master-Studium werden diese Kenntnisse in der Veranstaltung „Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung“ vertieft und erweitert. Darüber hinaus bietet das Vertiefungsfach Ökonometrie (gemeinsam angeboten mit der Professur für Angewandte Ökonometrie) eine umfassende Ausbildung in den Spezialgebieten Zeitreihenanalyse, Mikroökonometrie, Paneldatenökonometrie, Kausalitätsanalyse und Produktivitäts- und Effizienzanalyse.
Forschung
Die Forschung am Fachgebiet befasst sich insbesondere mit der Anwendung und Weiterentwicklung von Methoden zur Produktivitäts- und Effizienzmessung. Im Mittelpunkt stehen dabei deterministische und stochastische nichtparametrische Messverfahren. Hier werden nicht nur ökonomische (Stadteffizienz) sondern auch ingenieurwissenschaftliche Anwendungen (Energieeffizienz) verfolgt. Zudem werden mikroökonometrische Methoden zur empirischen Analyse von Innovationsprozessen und deren ökonomischen Auswirkungen eingesetzt. Als Teil dieser Auswirkungen wird die langfristige Interaktion von Strukturwandel und Wirtschaftswachstum erforscht.
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Finanzwissenschaft und Wirtschaftspolitik
Prof. Dr. Michael Neugart
Das Fachgebiet befasst sich mit Fragen der Finanzwissenschaft und Wirtschaftspolitik. Es wird untersucht, wie Regierungen Entscheidungen fällen und welche Entscheidungen sie fällen sollten. Insbesondere geht es um die Entwicklung eines besseren Verständnisses der Wirkungen von Wirtschaftspolitiken im Hinblick auf Effizienz- und Verteilungsziele sowie um die Erklärung, warum Politiken in demokratischen Gesellschaften zum Tragen kommen, auch wenn diese ungeeignet erscheinen, diese Ziele zu erreichen. Zur Beantwortung der Fragen wird am Fachgebiet ein weites methodisches Spektrum angewendet, das von der theoretischen Modellierung über angewandte ökonometrische Arbeiten bis hin zu agenten-basierten Simulationen reicht. Im Vertiefungsmodel „Quantitative Wirtschaftspolitik“ mit den Lehrveranstaltungen zur Finanzwissenschaft, Sozialpolitik, Arbeitsmarktökonomie und Politik sowie zur Neuen Politischen Ökonomie spiegeln sich die Forschungsschwerpunkte des Fachgebiets wider. In der Lehre werden theoretische und empirische Erkenntnisse mit aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen verknüpft. Das Fachgebiet ist bestrebt, sich in die öffentliche Diskussion aktueller wirtschaftspolitischer Fragestellungen einzubringen, um wissenschaftlich fundierte und angemessene Handlungsalternativen aufzuzeigen.
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Internationale Wirtschaft
Prof. Dr. Volker Nitsch
Die Erde ist flach – zumindest, wenn man dem Titel eines langjährigen Weltbestsellers glaubt. Entfernungen spielen demnach keine Rolle mehr; der eigene Standort ist irrelevant; jeder Punkt der Welt ist einfach erreichbar. Das Fachgebiet Internationale Wirtschaft setzt sich vor allem mit Fragen der wirtschaftlichen Integration auseinander. Dazu gehören u.a. die Analyse von Handelsbarrieren, die Untersuchung der Auswirkungen von Währungsunionen, oder die Betrachtung der Motive für eine räumliche Konzentration wirtschaftlicher Aktivität. Das Lehrangebot umfasst Veranstaltungen zu Internationalen Wirtschaftsbeziehungen, zur Unternehmensstruktur und zur Stadt- und Regionalökonomie. Gemeinsames Merkmal der verschiedenen Forschungsaktivitäten des Fachgebiets ist Praxisrelevanz und ein starker europäischer Bezug.
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Angewandte Mikroökonomik und Institutionenökonomik
Das Fachgebiet Angewandte Mikroökonomik und Institutionenökonomik befasst sich vor allem mit Fragen der Umweltökonomik und der Institutionenökonomik. Methodisch wird ein mikroökonomischer Ansatz verfolgt, der primär spieltheoretische und vertragstheoretische Ansätze verwendet. Gegenstand der Umweltökonomie sind insbesondere die Analyse internationaler Governance Strukturen auf dem Gebiet der Klima- und Energiepolitik sowie die Analyse von Ansätzen zur Regulierung von Umweltproblemen, beispielsweise handelbaren Emissionsrechten. Gegenstand der Institutionenökonomik sind insbesondere Probleme asymmetrischer Informationen, die beispielsweise bei der Gestaltung von Anreiz- und Regulierungsinstrumenten oder bei Verhandlungen von herausragender Bedeutung sind.
Mit seiner inhaltlichen und methodischen Ausrichtung trägt das Fachgebiet Angewandte Mikroökonomik zur Profilbildung der Forschungsschwerpunkte des Fachbereichs „Innovation und Wachstum“ sowie „Governance: Compliance und Regulation“ bei. Inhaltlich seien hier als Beispiele Arbeiten zur Auswirkung verschiedener Instrumente der Umweltpolitik auf die Innovationstätigkeit von Unternehmen und zur Koalitionsbildung in der internationalen Klimapolitik genannt. Methodisch kommt gerade der Analyse der Entscheidungsfindung bei asymmetrischen Informationen eine wichtige Querschnittsaufgabe zu.
Die Forschung und Lehre insbesondere in der Umweltökonomik liefert zudem vielfältige Anknüpfungspunkte zu anderen Fachbereichen innerhalb der TU Darmstadt, was sich in zahlreichen Kooperationen niederschlägt.